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Grünes Licht für den Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz


von Heike Schülein

 

Die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz brachte in ihrer Sitzung vom Dienstagabend den Haushalt 2025 unter Dach und Fach.

 

Nachdem Teuschnitz, Tschirn und Reichenbach seit über 40 Jahren als Verwaltungsgemeinschaft (VGem) eng zusammenarbeiten, machen sie mittlerweile seit dem 1. Januar 2023 auch beim Bauhof erfolgreich gemeinsame Sache. Der Zusammenschluss prägt auch den von der Kämmerin Sabine Suffa bei der VGem-Sitzung vorgestellten Haushalts-Plan 2025. Vom Gesamtvolumen von gut 2,3 Mio. Euro entfallen knapp 2,1 Mio. Euro auf den Verwaltungs- sowie knapp 300.000 Euro auf den Vermögenshaushalt. Er enthält keine genehmigungspflichtigen Bestandteile. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Der Höchstbetrag der Kassenkredite wird auf 345.400 Euro festgesetzt.

 

Die wesentlichen Änderungen im Verwaltungshaushalt betreffen bei den Einnahmen die Lohnkosten-Ersätze für die Verwaltung von Gemeinden (- 16.600 Euro), für Reinigungskräfte (+ 115.200 Euro) sowie gemäß Zweckvereinbarung (+ 55.100 Euro). Hinzu kommen die VGem-Umlage (+ 40.900 Euro) und sonstige Mehreinnahmen (+ 1.000 Euro), sodass sich die Mehreinnahmen auf insgesamt 195.600 Euro belaufen. Bei den Ausgaben ergeben sich die größten Änderungen bei der Angestelltenvergütung im Hauptamt (+ 16.800 Euro), bei den Bauhoflöhnen (+ 103.600 Euro), für das Fahrzeuge-Leasing (+ 52.700 Euro), die Haltung der Fahrzeuge (+ 10.000 Euro), Reinigungskräfte (+ 95.200 Euro), die Rennsteigmesse (- 18.000 Euro), sonstige Mehrausgaben (+ 54.500 Euro) sowie die Zuführung zum Vermögenshaushalt (- 119.200 Euro), in der Summe 195.600 Euro. Die Umlage im Verwaltungshaushalt beträgt 793.800 Euro und somit 261,46 Euro pro Einwohner (aktuell 3.036).  

 

Der Vermögenshaushalt betrifft Anschaffungen der EDV (5.000 Euro), für die Verwaltung (60.000 Euro), Zimmerausstattung (5.000 Euro), Arbeitsgeräte und Maschinen (1.000 Euro), Anschaffungen für den Bauhof allgemein (10.000 Euro), Beschaffung von Fahrzeugen (96.100 Euro), Baumaßnahmen Bauhöfe (80.000 Euro) sowie Anschaffungen für Reinigungskräfte (20.000 Euro), demzufolge gesamt 277.100 Euro. Hierauf erwartet man Zuschüsse von 138.000 Euro, sodass sich ein Eigenanteil von 139.100 Euro ergibt.

 

Die Gesamtumlage für den Bauhof beträgt 909.100 Euro, anteilsmäßig für Teuschnitz 574.659,66 Euro, Reichenbach 157.455,30 Euro sowie Tschirn 176.985,04 Euro. Die Rücklagen sind aufgebraucht. Die VGem hat keine Schulden. 2025 sind zehn Mitarbeiter in der Verwaltung beschäftigt, davon fünf in Vollzeit. Für den Bauhof werden ein Bauhofleiter, zehn Arbeiter sowie drei Reinigungskräfte, alle in Vollzeit, vorgehalten.

 

„Die größte Änderung im Finanzplan ist die Gründung des Verwaltungsgemeinschafts-Bauhofs“, erläuterte die Kämmerin. Ansonsten ergeben sich in der Finanzplanung für die nächsten fünf Jahre, abhängig vom Personalstand, keine Änderungen. Größere Investitionen für die Verwaltung sind nicht vorgesehen. Das Haushaltsvolumen des Verwaltungshaushalts wird sich auf circa 2 Mio. Euro/Jahr einpendeln. Der Beschluss erfolgte ebenso einstimmig wie die Genehmigung des Stellenplans für 2025 und des Finanzplans für 2024 bis 2028.

 

Die Kämmerin blickte auch zurück auf das abgeschlossene Haushaltsjahr 2023 mit einem Gesamtvolumen von knapp 1,8 Mio. Euro, davon Verwaltungshaushalt gut 1,6 Mio. Euro und Vermögenshaushalt gut 100.000 Euro. Der Haushaltsansatz 2024 liegt bei knapp 2,2 Mio. Euro. Dabei entfallen auf den Verwaltungshaushalt knapp 1,9 Mio. Euro sowie auf den Vermögenshaushalt knapp 300.000 Euro. 2024 werde man wahrscheinlich die Rücklagen aufbrauchen.

 

„Wir lernen noch in vielen Dingen dazu“, räumte der VGem-Vorsitzende, Bürgermeister Frank Jakob (FW) aus Teuschnitz ein, dass nach Einführung des gemeinsamen Bauhofs noch nicht alle Werte von vorneherein abschätzbar seien. Nach einer gewissen Lernphase werde es dann auch zahlenmäßig in eine gewisse Routine übergehen. Dem Gremium dankte er für das Verständnis, der Verwaltung die notwendige Karenzzeit einzuräumen. Reichenbachs 2. Bürgermeister Rudi Neubauer (CSU) regte eine Bauhofbesichtigung an. Dem wird man nachkommen und zu einem gemeinsamen Termin alle Teuschnitzer Stadträte sowie Reichenbacher und Tschirner Gemeinderäte einladen.

 

Bekanntgaben: Zum 1. Januar 2025 wurden Maria Krebs, Melanie Ketterer und Carmen Förtsch als Reinigungskräfte für alle Gebäude im Bereich der VGem eingestellt. Die Entscheidung, die Reinigung nicht mehr an ein Dienstleistungsunternehmen zu vergeben, sondern eigenes Personal einzustellen, habe sich als richtig herausgestellt. „Ich höre nur positive Rückmeldungen; alles ist tipptopp“, lobte Frank Jakob. Sehr zufrieden ist man auch mit den neuen Bauhofmitarbeitern Tim Förtsch und Christoph Jungkunz, die auf Vorschlag der stellvertretenden Gemeinschaftsvorsitzenden, Reichenbachs Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD), eingestellt wurden. Die VGem möchte sich damit mehr auf eigene Beine stellen – sprich, kleinere Baumaßnahmen selbst erledigen, ohne auf Dienstleister bzw. Reparaturfirmen angewiesen zu sein beziehungsweise eventuell auf diese lange warten zu müssen. Als dringliche Entscheidung erfolgte die Anschaffung eines Mobilbaggers für die VGem auf Leasingbasis. 

 

Informationen: Am Laufen ist - so Frank Jakob - das Organisationsgutachten einer unabhängigen Prüfung der Vor- und Nachteile, Verbesserungsmöglichkeiten und des Einsparpotenzials eines möglichen Zusammenschlusses der drei Mitgliedskommunen der VGem Teuschnitz zu einer Einheitsgemeinde. In diesem Zusammenhang lässt auch die Marktgemeinde Nordhalben mögliche Vorteile eines Zusammenschlusses prüfen. Der Gutachter führte bereits Gespräche mit den Mitarbeitern der Verwaltung in Teuschnitz und Nordhalben. Am Mittwoch nach der Sitzung folgten auch Gespräche mit Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) aus Reichenbach und Bürgermeister Peter Klinger (CSU) aus Tschirn. Die Angelegenheit werde sich noch etwas hinziehen.